Revolution, Rum, Salsa und Oldtimer - 5 Tage in Kubas Hauptstadt Havanna (Teil 2)

English version will follow soon!

Im ersten Teil meines Berichtes habe ich ja schon versucht das kubanische Lebensgefühl bzw. den Eindruck den wir von Havanna und den Kubanern hatten zu beschreiben. Jetzt folgt ein Reisebericht für 5 Tage Havanna mit Tipps wie man jeden Tag optimal gestalten kann, um möglichst viel zu erleben. 

Samstag: Nach einem ca. 10 stündigen Flug landen wir am Nachmittag am Aeropuerto Internacional José Martí. Von dort nehmen wir ein Taxi zu unserer Casa im Zentrum. Wir fahren vorbei am Estadio Latinoamericano, am Plaza de la Revolution und durch die engen für Havanna typischen Gassen und bekommen so einen ersten Eindruck der so anders anmutenden Stadt. Unsere Casa "La Casa de Candida" liegt auf der Calle San Rafael, angeblich eine der Haupteinkaufsstraßen für Kubaner. Wir fragen uns allerdings, wo man hier einkaufen kann, denn mit europäischen Einkaufsstraßen hat diese Straße gar nichts gemein. Als unser Taxi hält werden wir schon auf der Straße von der Hausherrin begrüßt. Wir können sofort "einchecken" und bekommen alles erklärt - auf Spanisch natürlich. Danach wollen wir noch etwas die Gegend erkunden und laufen ein paar Minuten zu Fuß Richtung Habana Vieja bis wir am Park Central ankommen. Dort beginnt der Paseo Martí. Die breite Straße wird von Altbauten und Bäumen gesäumt und auf den Marmorbänke sitzen viele Touristen und Einheimische um die Musiker, Skater und Künstler zu beobachten. Die Straße endet an der Uferpromenade Malecon, wo wir den Abend ausklingen lassen.


Hop on Hop off Tour Havanna

Sonntag:

Eigentlich bin ich kein Fan von diesen Hop on Hop off Bussen. Aber in Havanna bekommt man dadurch für nur 10 CUC (ca. 8,5€)  pro Person einen ersten Überblick über die wichtigsten Stadtteile. Außerdem ist der Bus eine unkomplizierte Möglichkeit zu den Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt zu gelangen. Darum nehmen auch wir in einem der roten Doppeldeckerbusse Platz, um die Metropole zu erkunden. Unsere Route: Parque Central (1) - Malecon (2) - Plaza de la Revolución (3) - Cementerio de Colón (4) - Universidad (5) - Museo de la Revolución (6) - Castillo de la Real Fuerza (7) - Almacenes San José Artisans' Market (8)

1: Am Parque Central ist nicht nur eine Hop on Hop off Haltestelle. Wenn man etwas mehr Geld investieren möchte, kann man sich auch eine private Stadtrundfahrt mit den für Havanna so bekannten Oldtimern gönnen. Denn hier warten den ganzen Tag lang viele der bunt lackierten, aufpolierten Fords, Buicks oder Chevys. Rund um den Park befinden sich neben einigen Luxushotels auch das Gran Teatro de La Habana und das Museo Nacional de Bellas Artes. An der Südseite liegt das Capitol, eine exakte Nachbildung des Washingtoner Kapitols.

 

2: Im Norden führt der Paseo de Martí zum Malecon. Tagsüber findet man an der 8 km langen Uferstraße hauptsächlich einheimische Fischer, während hier am Abend  das Leben pulsiert. Dann treffen sich hier Touristen und Kubaner zum Barbecue, tanzen, Musik hören oder einfach nur zum entspannen.

3: Dann geht es zum Plaza de la Revolución; heute politisches Zentrum und Symbol der Revolution. In der Mitte des Platzes befindet sich das Memorial Jose Martí. Auf dem gegenüberliegenden Innenministerium sieht man einen riesiegen Che Guevara Kopf, begleitet von den Worten "Hasta la victoria siempre" (bis zum dauerhaften Sieg). Gleich nebenan thront der Kopf von Camilio Cienfuegos mit dem Spruch "Vas bien, Fiedel".

 

4: Ca. einen Kilometer weiter befindet sich der größte Friedhofs Amerikas bzw. der drittgrößte der Welt - Cementerio de Colón (Eintritt 5 CUC). Am Haupteingang wird man schon von Einheimischen abgefangen, die gegen ein kleines Trinkgeld Führungen anbieten. Allerdings haben sich die Kubaner den Friedhof selber eingeteilt und so darf unser Fremdenführer uns nur 1/4 der Fläche zeigen. In der Hitze aber auch vollkommen ausreichend. 

Dann kommen wir an der Universität und wenig später am Revolutionsmuseum vorbei.

5: Die Universidad de la Habana ist die älteste Universität de Landes und eine der ältesten Amerikas. Hier werden ca. 30.000 Kubaner in verschiedenen Fachrichtungen wie Ökonomie, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften ausgebildet.

6: Das Museo de la Revolución ist definitiv ein Muss, wenn man Kubas Hauptstadt besucht. Im ehemaligen Präsidentenpalast, der auch architektonisch begeistert, findet man mit 9000 Stücken die größte und abwechslungsreichste Ausstellung des Landes. (Dazu später mehr) 


7: Dann geht es zum Castillo de la Real Fuerza, dem ältesten Gebäude Havannas. Zudem ist die Festung eine der ältesten Lateinamerikas und die erste in diesem Baustil.

8: Fährt man ca. einen Kilometer am Ufer entlang, kommt man zum Almacenes San José Artisans Markt (Öffnungszeiten täglich 10 - 18 Uhr). Hier werden in einer großen Halle tolle Bilder und verschiedenste Souvenirs verkauft - von T-shirts, über Taschen, Schmuck, Tücher, Figuren, Magneten und vieles mehr. 

Noch ein paar Eindrücke von der Tour


Ein Spaziergang durch Habana Vieja

Am Montag wollen wir die Altstadt genauer erkunden. Wir laufen also von unserer Casa über den San Raphael Boulevard, wo von früh morgens bis spät in die Nacht viele Kubaner sitzen, da hier einer der wenigen Orte ist, an dem es WiFi gibt. Am Ende der Straße biegen wir links ab und sehen nach wenigen Metern schon das Barcardi Haus. Leider wird das ehemalige Firmengebäude der Rumdynastie gerade restauriert und so bleibt uns der wohl fantastische Blick über die Stadt verwehrt. Wir laufen daher weiter vorbei am Revolutionsmuseum und biegen hinter der Iglesia del Santo Angel Custodio recht ab. Wir spazieren durch die schönen Gassen bis zu der Bar, in der Hemingway am liebsten seinen Mojito trank – La Bodeguita („My Daiquiri in el Floridita, my Mojito in la Bodeguita“). Die Touristen drängen sich nur so durch die Türe und die Mojitos gehen bei lauter Salsamusik in Massen über die Theke.

Nach ein paar Metern die Calle Empedrado entlang - die erste gepflasterte Straße der Stadt - kommen wir zum Plaza de la Cathedral. Die barocke Kathedrale, die dem Platz seinen Namen verleiht, wurde 1982 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Wir laufen quer über den Platz und halten uns links um zum Castillo de la Real Fuerza zu gelangen. Direkt gegenüber befindet sich der Plaza de Armas, der älteste Platz der Stadt.

Wir überqueren den Platz und laufen weiter über die Calle Oficios bis wir den Plaza de San Francisco erreichen. Der Platz wird dominiert von der Basilica Menor de San Francisco de Asis, eines der höchsten religiösen Bauwerke Lateinamerikas. Auf dem Platz, genau wie am Plaza Vieja, warten schon einige Kubanerinnen in traditionellen Kleidern, die auf Fotos mit Touristen drängen - natürlich gegen Bezahlung.

Nur ein Stück weiter finden wir den Plaza Vieja, den für mich schönsten Platz der Altstadt. Die historischen Gebäude dort sind ein gelungenes Beispiel der Altstadt­sanierung. Wir spazieren über den Platz zurück in Richtung Capitol und kommen an der Drogería Serrá vorbei. In der Apotheke von 1886 stehen immer noch original Porzellanbehälter in den dunklen Holzregalen.


Das Revolutionsmuseum in Havanna

Dienstag: Nachdem wir nun einige Male das Museo de la Revolution von außen betrachtet haben, wollen wir uns den historischen Ort nun genauer anschauen. Für 8 CUC bekommt man auf 3 Etagen einen umfassenden Einblick in Kubas Geschichte. Ganz oben startet der Rundgang chronologisch. Aber nicht nur die 9000 Ausstellungsstücke sind äußerst sehenswert, sondern auch das Gebäude an sich. Im Erdgeschoss an der Treppe sieht man noch die Einschusslöcher vom März 1957, als Studenten den Palast stürmten, um Batista zu ermorden. Das eigentliche Highlight ist aber der Außenbereich. Im Mittelpunkt steht die Yacht Granma, mit der Castro mit seiner Truppe von Mexiko nach Kuba gelangte. Drumherum stehen Panzer und Flugzeuge, die während der Schweinebucht Invasion zum Einsatz kamen. 

Von Havannas Altstadt zum Castillo de los Tres Reyes del Morro

Vom Museum laufen wir zur wohl touristischsten Straße der Stadt - Calle Obispo. Hier reihen sich Souvenirshops, Bars und Restaurants dicht an dicht. Von dort geht es weiter durch die Gassen der Altstadt, vorbei am Humbold Park zum Rum Museum. Direkt daneben liegt eine weitere von Hemingways Lieblingsbars "Bar Dos Hermanos". Diese ist allerdings nicht so bekannt und so kann man hier in Ruhe am Tresen etwas trinken. Sofort werden wir von der Live Band angesprochen, welche Musikrichtung sie für uns spielen dürfen - gegen Bezahlung versteht sich. Nach ein bisschen Salsa Musik fahren wir dann zum Castillo de los Tres Reyes del MorroMit dem Taxi geht´s  durch einen Tunnel unter dem Wasser durch auf die andere Seite bis wir an der Festung ankommen. Sie ist eine der ältesten der Karibik. Von hier hat man einen fantastischen Blick über Havanna. Doch als wir von dort wieder nach Hause wollen, finden wir erstmal kein freies Taxi, da die meisten Taxen auf bestimmte Personen warten. Nach kurzer Zeit spricht uns aber ein Fahrer an und so kommen auch wir in den Genuss mal mit einem der Oldtimer zu fahren. 


Restaurant & Bar Tipps Havanna

Mittwoch:

Mittwoch geht es für uns raus aus Havanna und ab nach Viñales. Wie unser Ausflug war lest ihr bald hier. Als wir abends wieder in Havanna ankommen, schlürfen wir noch einen Daiquiri in der Floridita Bar. Die Bar gehört zu den berühmtesten Gaststätten der Welt und war auch wie schon erwähnt eine der Stammkneipen von Hemingway. Die Daiquiris sind super lecker und jeden CUC wert. Die Atmosphäre ist allerdings wie auf einem Bahnhofsgleis. Ständig strömen Touristen rein, um einfach mal zu gucken oder ein Selfie mit der an der Bar sitzenden Hemingway Statue zu machen. Im Hintergrund spielt eine Live Band Salsa Musik. Unterhalten kann man sich kaum und so ziehen wir bald weiter in die Paladra San Cristobal - eines der vielen Privatrestaurants der Stadt. Hier hat 2016 auch Barack Obama mit seiner Familie gegessen. Dementsprechend gut besucht ist das Restaurant und um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man besser einen Tisch reservieren. Wir haben Glück und bekommen auch ohne Reservierung nach kurzer Wartezeit einen Platz. Die verschiedenen Räume sind mit vielen Bildern, Uhren und sonstigen Gegenständen dekoriert Das Essen ist super lecker, das Personal sehr nett und das Preis-Leistungsverhältnis für uns immer noch günstig. Zum Dessert gab es einen ordentlichen Schluck 7 Jahre alten Rum und eine Zigarre aufs Haus.


Callejon de Hamel

Donnerstag:

Bevor es zum Flughafen geht, wollen wir uns noch die Callejon de Hamel im Centro Habana ansehen. Der Künstler Salvador Gonzáles begann 1990 die „Hamelgasse“ mit bunten Graffitis und Skulpturen zu gestalten, um so dem Verfall des Viertels Einhalt zu gebieten. Heute schlägt hier das Herz der afrokubanischen Kultur, was wohl vor allem sonntags beim wöchentlichen Rumba-Festival deutlich wird. Aber auch ohne das Festival war die Gasse einen Besuch wert.

Zu Teil 1 des Berichtes geht es hier!

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