Eine Woche in Barcelona

Als ich das allererste Mal meinen Job wechselte ergriff ich direkt die Gelegenheit mir eine kurze Auszeit zu gönnen und einen Monat Freiheit zu genießen. Für meinen neuen Job musste ich allerdings noch mein eingerostetes Spanisch aufpolieren und so wollte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ich verbrachte also einen ganzen Monat in der spanischen Sprachschule Camino Barcelona. Dadurch und dank diverser Kurztrips kenne ich die Stadt mittlerweile ziemlich gut und habe für dich den perfekten Reiseplan für 7 Tage Barcelona zusammengestellt.

Spanische Sprachschule Camino Barcelona

Ich kann diese Sprachschule zu 100% weiterempfehlen!!!

Sie liegt zwischen Plaça Espanya und Plaça Catalunya im Zentrum von Barcelona. Also ein super Ausgangspunkt um die Stadt zu erkunden - ob auf eigene Faust oder durch die vielen Aktivitäten, der Schule: Stadtführungen, Ausflüge nach Sitges oder Montserrat, Tapas Essen, Konzertbesuche etc. Über den Unterrichtsräumen befinden sich einige sehr schöne voll ausgestattete Wohnungen und ganz oben auf der tollen Dachterrasse finden ebenfalls regelmäßig Aktivitäten wie Salsakurse, Filmabende oder gemeinsames Paella Kochen statt. Der Unterricht mit den speziell ausgebildeten Muttersprachlern machte riesig Spaß und 4 Stunden tägliches Büffeln vergingen wie im Flug. Ich habe in dieser Zeit tolle Leute aus der ganzen Welt kennengelernt und werde auf jeden Fall wiederkommen

 

TippWer auch ohne Sprachunterricht in Barcelona Salsa lernen will, der schaut mal hier vorbei: Rakata Barcelona. Es lohnt sich!

 

In dem ganzen Monat habe ich nur eine einzige 10er Karte für die Metro verbraucht, denn viele der Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander und man kann die flächenmäßig gar nicht mal so große Stadt super zu Fuß erkunden. Nirgends ist es so schön sich zu verlaufen und in den schönen kleinen Gässchen zu verlieren. Ich habe mich in dieser Zeit wirklich in die durch Gaudi so stark geprägte Stadt verliebt. Daher möchte ich euch jetzt auf eine einwöchige Reise mitnehmen. Also Flug buchen und festes Schuhwerk einpacken!   


Tag 1: Casa Milà - Casa Batlló - Placa Catalunya - Ramblas - Mercat de la Boqueria - Kolumbussäule - Barceloneta.

Die Casa Milà erreicht man mit den beiden Metro Linien L3 und L5. Von der Haltestelle Diagonal sind es nur wenige Meter über die bekannte Passeig de Gracia bis hin zum letzten Werk an dem Gaudi arbeitete bevor er sich nur noch der Sagrada Familia widmete. Wegen der Kalk-Sandstein-Fassade trägt das Haus ohne rechten Winkel auch den Spitznamen La Pedrera (= der Steinbruch). Vor allem die Dachterrasse mit den großen, außergewöhnlichen Skulpturen sollte man sich nicht entgehen lassen. Im Sommer finden hier auch Konzerte statt. 

Dann laufen wir nur 500 Meter weiter die Straße entlang bis wir an der Casa Batlló ankommen. Mit ein bisschen Fantasie kann man schon von weitem den Drachenrücken auf dem Dach des bunten Hauses erkennen, in dem eine Lanze steckt. Angeblich wurde hier die Legende des heiligen Georgs (katalanisch St. Jordi) nachgestellt, der mit seiner Lanze einen Drachen tötete, um die Königstochter vor dem Tod zu retten.   

 

Wer eins der beiden Gaudi Häuser besichtigen möchte sollte die Tickets vorab im Internet kaufen.

Weiter geht´s immer noch Barcelonas Prachtboulevard entlang bis wir den Placa Catalunya sehen. Wer Lust hat kann im größten Kaufhaus der Stadt "El Corte Inglés" eine Runde shoppen.  An der Südseite des katalonischen Platzes beginnen auch schon die Ramblas. Auch wenn sich vor allem im Sommer die Menschenmassen nur so über diese Straße schieben, einmal sollte man über die berühmte Promenade, wo täglich viele Straßenkünstler zu sehen sind, schon gelaufen sein. Ungefähr auf der Mitte der Straße machen wir  einen Abstecher auf den Mercat de la Boqueria für einen frisch gepressten Saft und ein paar Empanadas.  

 

Tipp: In der Nähe befindet sich auch das Restaurant Gats, wo man super leckere Tapas essen kann (Von den Ramblas rechts in die Carrer del Pintor Fortuny und dann links in die Carrer d'en Xuclà).

Weiter geht´s: Am Ende der Flaniermeile begrüßte uns schon Kolumbus auf seiner Säule (Mirador den Colón) und weist uns den Weg Richtung Strand - naja die grobe Richtung stimmt schon mal.  

Wir laufen also ca. 25 Minuten (1,8 km) vorbei am Aquarium bis zur Strandpromenade Barceloneta, wo wir den Tag in einem der vielen Restaurants ausklingen lassen, zum Beispiel mit leckeren Cocktails und Burgern im Makamaka Beach Burger Cafe. (Insgesamt 4,8km)


Tag 2: Tipidabo - Park Güell - Sagrada Familia

Am besten fährt man mit der Metro L7 bis zur Endstation Avinguda del Tibidabo. Dort steigt man entweder in die Straßenbahn Tramvia Blau (fährt in den Wintermonaten nur am Wochenende) oder in den Bus Linie 196. Man kann natürlich auch zu Fuß weitergehen - ca. 1,2 km bergauf bis man die Seilbahnstation erreicht hat. Mit der Seilbahn (Funicular) geht es weiter auf den über 500 Meter hohen Hausberg, wo man mit einem atemberaubenden Blick über die Stadt, für den man auch schon mal darüber nachdenken kann seine Seele an den Teufel zu verkaufen, belohnt wird. Der Legende nach wollte der Teufel Jesus auf dem Berg mit den Worten: "Haec omnia tibi dabo si cadens adoraberis me", zu Deutsch "All dies will ich Dir geben, wenn du niederkniest und mich anbetest“ in Versuchung führen. Außerdem befinden sich ein kleiner Vergnügungspark auf dem Tipidabo und die Kirche Sagrada Corazón, die von einer riesigen Jesus-Statue gekrönt wird.  

Nachdem wir wieder unten angekommen sind, laufen wir Richtung Osten zum Park Güell und kaufen unterwegs einen kleinen Snack für ein Picknick im Park. Von der Haltestelle der Tramvia Blau sind es ca. 2 km / 30 Gehminuten bis zu Gaudís Hommage an die Natur. Am Haupteingang werden wir von einem bunten Drachen begrüßte, der die Treppe bewacht, die zu der berühmten Terrasse mit der riesigen Bank aus bunten Keramikteilchen führt. Dieser Teil des Parks ist kostenpflichtig. Die restlichen 95%, von wo aus man einen guten Blick auf die Monumental Zone (den kostenpflichtigen Teil) hat, sind kostenfrei und meiner Meinung nach genauso spannend. 

Nach einem ausgiebigen Spaziergang und Picknick im Park laufen wir etwa 2,5 km / 30 Gehminuten bis wir das bislang unvollendete Meisterwerk Gaudis die Sagrada Familia erreichen. Voraussichtlich soll der Bau 2026 endlich fertig gestellt werden. Die Tickets solltet ihr unbedingt vorab im Internet kaufen. Das spart sehr viel Wartezeit. Danach beenden wir den Tag unweit der beeindruckenden Kirche im japanischen Restaurant Nakashita Eixample (Carrer de Valencia 363), ein Muss für jeden Sushi Fan.  (Insgesamt 5km)


Tag 3: Ein Tag auf Barcelonas Hausberg Montjuïc

Castell de Montjuïc - Miro Museum - Teatre Grec - Museu Nacional d´Art de Catalunya - Poble Espanol - Font  Màgica. (ca. 4,5km)

 

Eine Möglichkeit zum Castell de Montjuïc zu kommen ist vom Placa Espanya aus mit dem Bus 150 bis zur Endstation zu fahren. Man kann aber auch laufen oder ein Stück mit der Seilbahn fahren. Von dort hat man eine tolle Aussicht über den Hafen und die Stadt, auch ohne den Eintritt für die Festung aus dem 17. Jahrhundert zu bezahlen.  


Dann laufen wir zur Fundació Miró. Das Museum kann die meisten Arbeiten des Künstlers an einem Ort aufweisen und ist ein Must-see für Kunstfans. Nachdem wir einige der ca. 8000 Arbeiten kennengelernt haben, machen wir ein Picknick im nahegelegenen griechisch anmutenden Freilichttheater Teatre Grec (hierfür sollte natürlich Proviant eingepackt worden sein).


Dann laufen wir weiter vorbei am Museu Nacional d'Art de Catalunya, von wo aus man schon mal einen Blick auf die magischen Fontänen werfen kann. Jetzt noch eher unspektakulär, später wenn die Wasserspiele beginnen wirklich magisch. Danach geht es in das Poble Espanyol. Nachdem wir das Freilichtmuseum mit 117 Bauten aus allen Regionen Spaniens erkundet haben, stärken wir uns in einem der vielen Restaurant zum Beispiel dem Boca Loco mit Tapas und einem Glas Sangria. In der Abenddämmerung geht es wieder zum Font Mágica, um die Licht-, Wasser- und Musikshow zu sehen. Wann diese  stattfindet ist abhängig von den Jahreszeiten. 


Tag 4:  Arc de Triomf - Parc de la Ciutadella - Mercat de Santa Caterina - Picasso Museum - Placa del Rey - Kathedrale - Rathaus - Sant Jaume Kirche - Placa Reial

Zum Triumphbogen, dem Eingang zur Weltausstellung 1888, kommt man am besten mit der Metro L1. Von dort sind es nur wenige Meter zum Park de la Ciutadella. In der grünen Oase gibt es viel zu entdecken wie zum Beispiel einen wunderschönen Brunnen, den Zoo oder das katalanische Parlament. Danach nehmen wir den Ausgang an der Passeig de Picasso und laufen zum Picasso Museum.

Allerdings machen wir einen kleinen Umweg über den Mercat de Santa Caterina, um ein paar frische Früchte auf dem katalanischen Markt mit dem bunten wellenförmige Dach zu essen. Nachdem wir im Picasso Museum (Montags und an Feiertagen geschlossen) die Schaffensperioden des Malers kennengelernt haben, schlendern wir weiter durch die Gassen des Barrio Born bis wir im gotischen Viertel den etwas versteckten Königsplatz Placa del Rei gefunden haben. Von dort geht es zur gotischen Kathedrale "La Catedral de la Santa Creu i Santa Eulàlia". Nicht entgehen lassen sollte man sich den Kreuzgang mit 13 weißen Gänsen. Der Legende nach stehen diese für das Alter in dem die heilige Eulàlia im 4. Jahrhundert als Märtyrerin gestorben ist. Danach ziehen wir weiter durch die schönen Gassen zum Placa de Jaume, wo sich unter anderem das Rathaus (Ajuntament de Barcelona) befindet. Wir überqueren den Platz und folgen der Straße Carrer de Ferran bis wir an der Sant Jaume Kirche vorbeikommen. Einen Block weiter biegen wir links ab und kommen zu einem der schönsten Plätze Barcelonas, dem Placa Reial. Vor allem Abends ein beliebter Treffpunkt der Katalanen. Leckere Tapas gibt´s hier zum Beispiel  im Bodega Biarritz 1881. (Insgesamt ca. 3km)


Tag 5: Die besten Strände in Barcelona

Nach zahlreichen gelaufenen Kilometern hat man sich dann aber wirklich einen Strandtag verdient. Barceloneta ist der zentrumsnahste Strand und daher immer gut besucht. Etwas mehr Platz hat man zum Beispiel an der ca. 400 Meter langen Platja de la Nova Icària oder dem 2006 angelegten Strand Platja de Llevant.   


Tag 6: Ein Tagesausflug ins kleine Städtchen Sitges

Wer der Wirkungsstätte Gaudis für einen Tag entfliehen möchte, dem empfehle ich einen Ausflug in das kleine Städtchen Sitges. Die Zugfahrt vom Hauptbahnhof Sants nach Sitges dauert 30 Minuten. Durch die kleinen Gassen, gelangt man zum Strand. An der Strandpromenade gibt es zahlreiche Cafés und Restaurants, wo man zum Beispiel super Paella essen kann.  


Tag 7: Ein Ausflug zum Benediktinerkloster Santa Maria de Montserrat

Was ich selber beim nächsten Barcelona Besuch noch machen möchte, ist ein Ausflug zum Benediktinerkloster Santa Maria de Montserrat (ca. 45 km nordwestlich von Barcelona). Vom Bahnhof Plaça Espanya fährt man ca. eine Stunde mit dem Zug bis Aeri de Montserrat und weiter mit der Seilbahn zum Kloster.


Die besten Clubs und Bars in Barcelona

Wer abends nach den Tagestouren noch Kraft hat, sollte in einem der vielen Clubs (z.B. Apolo, Razzmatazz, Mojito, Antilla, Shôko, Opium, etc.) abzappeln oder durch die vielen Bars im Born Viertel ziehen. Besonders gut hat mir der Harlem Jazz Club gefallen. In dem kleinen, charmanten Club kann man für nur 7€ einen tollen Abend mit Live-Musik verbringen. 


La Merce Fest Barcelona

Tipp: Jedes Jahr gegen Ende September wird 5 Tage lang das La Merce Fest zu Ehren von Barcelonas Schutzpatron gefeiert. Zwei Höhepunkte der größten Straßenparty Barcelonas sind die Projektionsshow am Placa St Jaume und der Feuerlauf (Correfoc), bei dem feuerspeiende Drachen und gefährliche Teufel durch die Straßen ziehen.   


Achtung: Einen Wermutstropfen hat Barcelona leider. Es gibt extrem viele Taschendiebe. Lasst eure Sachen nie unbeaufsichtigt und passt vor allem gut auf eure Handtaschen auf!!! 


Buchtipp und Filmtipp für Barcelona

Buchtipp: In „Ein Tag in Barcelona“ gelingt es Daniel Brühl dem Leser ein Stück katalanische Lebensart näher zu bringen. Wer danach keine Lust auf Tapas, Gaudis, oder einen Spaziergang durch die Altstadt hat, der sollte wirklich lieber zu Hause bleiben.  

Filmtipp: "Vicky, Christina, Barcelona" ist nicht nur etwas für Javier Bardem Fans. Während sich die verlobte Vicky und die abenteuerlustige Christina bei einem gemeinsamen Aufenthalt in Barcelona in den Maler Juan vergucken, der wiederum auf ewig mit seiner exzentrischen Exfrau Maria Elena verbunden zu sein scheint, nimmt das Liebesdrama seine Lauf. Dabei kann man einige tolle Orte wie den Park Güell, den Tibidabo oder die Altstadt bewundern. 

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