24 Stunden in Gent - ein Stadtrundgang auf eigene Faust

24 Stunden Gent - Stadtrundgang

Auf dem Reiseführer in unserem Apartment steht „Gent - das bestgehütete Geheimnis Europas“ und ich muss zugeben, dass ich die zweitgrößte Stadt in Flandern bisher auch so gar nicht auf dem Schirm hatte. Dabei ist das Stadtzentrum wunderschön und perfekt für einen Kurztrip geeignet. Wie du den Stadtkern zu Fuß, auf eigene Faust und an nur einem Tag erkunden kannst, habe ich in diesem Blog Post für dich zusammengefasst. Ich hoffe mein Vorschlag für diesen kleinen Stadtrundgang wird dir gefallen.


24 Stunden in Gent - ein Stadtrundgang auf eigene Faust

1. Patershol

Unser kleiner Stadtrundgang soll in  Patershol beginnen, denn die von mir empfohlene Unterkunft - das Apartment Place2Stay (weitere Infos siehe unten) - liegt nur wenige Gehminuten von diesem kleinen süßen Stadtteil  entfernt. Patershol ist in erster Linie ein wunderschönes Wohngebiet. Es ist toll durch die kleinen Gassen zu schlendern und die mittelalterlichen Handwerkshäuser zu bestaunen. Aber dieser Teil von Gent überzeugt nicht nur mit schön anzusehenden Häusern und einer gemütlichen Atmosphäre. Vor allem für Foodies ist das Viertel „the place to be“ bzw. „to eat“, denn dort befinden sich unzähligen Restaurants und Cafés. Hier gibt es alles was dein Magen begehrt: türkische, indische oder thailändische Küche, Sushi, Burger oder Pizza, leckeren Kaffee und vieles mehr. Vielleicht hast du ja Lust dort den Tag mit einem leckeren Frühstück zu beginnen. Zum Beispiel in der Coffee Bar „Simon Says“ (Sluizeken 8).


2. Hius van Alijn

Nach einem leckeren Frühstück kann der Tag nun richtig starten. Folge dafür der Straße Oudburg Richtung Süden. Nach ein bis zwei Gehminuten siehst du rechterhand das Huis van Alijn. Dort wird es nostalgisch, denn das Museum befindet sich nicht nur in einem alten Gebäude aus dem 14. Jahrhundert, im inneren des Gebäudes kannst du dich auch auf eine Reise durch vergangene Zeiten begeben. Du findest dort verschiedene Räume, die den Alltag vom Jahr 1900 an bis heute darstellen. Unzählige Ausstellungsstücke wie Kleidung, Möbel oder Haushaltsgeräte führen dich in die Vergangenheit. Schau dir außerdem alte  Geschäfte wie eine Apotheke, einen Tante-Emma-Laden oder einen Friseursalon an. Der Eintritt kostet 6€ und nach der Besichtigung lohnt sich ein Besuch in dem schönen Museumscafé.


3. Gravensteen

Die dritte Station unseres Stadtrundgangs ist die Burg Gravensteen. Diese befindet sich nur 250 Meter vom Museum Huis van Alijn entfernt. Sie ist eines von Gents Wahrzeichen und eine von Europas größten Wasserburgen. Im 12. Jahrhundert ließ Philipp von Elsass, der damalige Graf von Flandern, die Burg bauen. Im Laufe der Zeit wurde die Anlage dann immer wieder umfunktioniert. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Burg der Grafen zum Beispiel zu einer Textilfabrik, danach wurde daraus eine Baumwollspinnerei und Ende des 19. Jahrhunderts sollte die Burg sogar abgerissen werden. Die Stadt Gent entschloss sich jedoch Gravensteen zu kaufen und zur 800-Jahr-Feier der Stadt vollständig zu restaurieren. Heute gibt es im Inneren dieser beeindruckenden Sehenswürdigkeit vor allem mittelalterliche Folterinstrumente zu sehen. Außerdem bietet das Dach eine tolle Aussicht auf Gent. Der Eintritt kostet 10€ inklusive witzigem Audioguide. 



4. Graslei & Korenlei

Nachdem du Gents berühmte Burg besichtigt hast, egal ob von innen oder nur von außen, geht der Stadtrundgang weiter in Richtung St. Michaelbrücke. Unterhalb der Brücke am Ufer der Leie befinden sich zwei Kais namens Korenlei (am westlichen Ufer) und Graslei (am östlichen Flussufer). Hier legen seit dem 11. Jahrhundert Schiffe an. Wer also Lust hat Gent vom Wasser aus zu erkunden ist hier richtig, denn hier fahren auch die Touristenboote ab. Aber auch sonst darf man bei einem Städtetrip diese wunderschöne Gegend nicht verpassen, denn es ist ebenso schön in einem der vielen Cafés oder einfach auf dem Kopfsteinpflaster am Fluss zu sitzen und Leute zu beobachten. Außerdem erhältst du vom Ufer (Korenlei) aus einen besonders schönen Blick auf die berühmten drie Torens van Gent (die drei Türme von Gent) - den Belfried, die St. Niklaas Kirche, und die St. Bavo Kathedrale.


5. St. Michaelbrücke

Als nächstes überquerst du die St. Michaelbrücke, die wohl bekannteste Brücke von Gent. Die steinernen Bogenbrücke wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und erhielt ihren Namen vom heiligen Michael, der durch eine Statue in der Mitte der Brücke verewigt wurde. Auch wenn die meisten Reiseführer sagen, dass man von der Brücke aus den besten Blick auf die berühmte Turmreihe hat, ist die Aussicht vom Flussufer aus deutlich besser. Allerdings hast du von der St. Michaelbrücke einen tollen Blick auf die Leie und die daneben liegende St. Michael Kirche - eine katholische Kirche aus dem 15. und 16. Jahrhundert.


6. Sint-Niklaaskerk

Folge nun der Straße Richtung Osten. Nach nur 160 Metern kommst du an der Sint-Niklaaskerk vorbei. Diese wunderschöne Kirche im Herzen der historischen Altstadt wurde zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert als Pfarrkirche für die reichen Bürger Gents erbaut. Sie gilt als eine der bedeutendsten gotischen Kirchen in Mitteleuropa. Der beeindruckende doppelgeschossige Vierungsturm der Sint-Niklaaskerk gehört wie bereits erwähnt zum berühmten Turm Trio von Gent.


7. Stadshal

Direkt neben der Sint-Niklaaskerk befindet sich die Stadthalle. Dieses junge Bauwerk wurde erst 2012 fertiggestellt. Seitdem bietet die moderne Multifunktionshalle Platz für Veranstaltungen oder Märkte. Und auch wenn sich gerade nichts in der offenen Halle abspielt, ist das asymmetrische Holzdach auf den vier Betonpfeiler ein echter Hingucker zwischen den alten Kirchen, Häusern und anderen Gebäuden. 


8. Belfried

Neben der Stadthalle siehst du schon den nächsten Turm des Genter Turm Trios, den Belfried. Der Glockenturm wurde im 13. und 14. Jahrhundert erbaut und ist ca. 95 Meter hoch. Wenn du Lust hast, kannst du den zum Unesco Weltkulturerbe gehörenden Turm besichtigen und von der obersten Plattform eine tolle Aussicht auf die Stadt genießen (Kosten 8€ / Öffnungszeiten täglich 10-18 Uhr). Mit dem Belfried verbunden ist die Tuchhalle, die durch ihre Architektur im gotischen Stil beeindruckt.


9. St. Bavo Kathedrale

Wenn du einmal um den Belfried bzw. die Tuchhalle herumgehst, stehst du schon vor der St. Bavo Kathedrale, deren Turm die berühmte Turmreihe vervollständigt. Die Kathedrale ist das älteste Gotteshaus im Zentrum von Gent und berühmt für die darin zu sehenden Kunstwerke wie den weltberühmten Genter Altar von den Gebrüdern van Eyck.


10. Stadhuis Gent

Ca. 150 Meter nördlich der Kathedrale befindet sich das Stadhuis von Gent. Das Rathaus begeistert Besucher vor allem mit seiner außergewöhnlichen Architektur und Geschichte. Der Bau begann bereits im Jahr 1518, doch die Arbeiten endeten erst im 18. Jahrhundert. Dadurch sind zwei vollkommen unterschiedliche Fassaden entstanden; eine im gotischen Stil und eine im Stil der Renaissance. Highlights im inneren des Gebäudes sind der Pazifikationssaal, hier wurde im 16. Jahrhundert die Genter Pazifikation unterzeichnet, und die Hochzeitskapelle mit den bunten Glasfenstern. 



11. Graffiti Street

Vom Rathaus (Straße Hoogpoort) läufst du nur ca. 100 Meter Richtung Westen bis du rechterhand den kleinen Eingang zur Graffiti Street siehst. Die Graffiti Street ist eine kleine Gasse, die wie der Name schon sagt, voll von Graffitis ist. Die Straße lebt von der ständigen Veränderung und so kannst du dort mit viel Glück einem bekannten Street Art Künstler beim sprayen zuschauen. Aber auch wenn gerade kein neues Kunstwerk entsteht, ist die bunte Gasse toll, um ein paar coole Fotos zu schießen. Falls du die Straße in dein Navi eingeben möchtest, der offizielle Straßenname lautet Werregarenstraatje.


12. Vrijdagmarkt

Am Ende der Graffiti Street biegst du zunächst rechts ab und direkt danach wieder links in die Serpentstraat. Am Ende dieser Straße siehst du linkerhand schon den Vrijdagmarkt, wo unser kleiner Stadtrundgang endet. Auf dem schönen Marktplatz befinden sich jede Menge Restaurants und Cafés, in denen du den Tag ausklingen lassen kannst. Wir waren im Bistro Eden und es hat uns sehr gut geschmeckt. Von dort hat man auch eine schöne Sicht auf die berühmte Statue von Jacob van Artevelde, ein flämischer Volksführer und Staatsmann, die mitten auf dem Platz steht. Vom Virjdagmarkt bist du in zwei Minuten wieder in der Unterkunft Place2Stay.


Ich hoffe, dieser kleine Stadtrundgang hat dir gefallen und dich inspiriert auch einmal nach Gent zu reisen.


Übernachten in Gent

Die Hotelpreise in Belgien sind leider nicht besonders günstig und die Hotelauswahl in Gent fand ich auch nicht besonders groß, nachdem ich bei Booking meine Filter (Parkplatz / nicht weiter als 1km vom Zentrum entfernt) eingegeben hatte. Eine Unterkunft, die meine Kriterien erfüllte und ins Budget passte, war das Apartment Place2Stay nahe des Virjdagmarkt. Das Apartment an sich war sehr schön eingerichtet - mit einem bequemen Bett, einem Ledersofa, einem Fernsehen und einer kleinen, gut ausgestatteten Küche inklusive Tresen mit zwei Barhockern. Im ausreichend großen Badezimmer fanden wir neben Handtücher auch Duschgel, Shampoo und einen Fön.

Anfahrt nach und parken in Gent

Die Fahrt nach Gent war wirklich entspannt. Die Autobahn ist nicht wirklich weit vom Stadtzentrum entfernt und so muss man nicht ewig durch die Stadt gurken, um an sein Ziel zu kommen. Da unsere Unterkunft keine 200 Meter vom Virjdagmarkt entfernt lag, haben wir dort geparkt. Unter dem schönen Platz befindet sich eine Tiefgarage (Preis für 24 Stunden ca. 20€), in der man super parken kann. Wem das zu teuer ist, der kann auch auf den kostenlosen Park&Ride Parkplätzen am Stadtrand parken und mit Bus und Bahn ins Zentrum fahren.


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