Dr Gladbacher, sinn Platt & dat Suupe

Münster, Mönchengladbach

Gladbacher Platt

Woher kommt eigentlich der Ausdruck „Platt“? Wenn wir heutzutage von platt sprechen, bedeutet das so viel wie flach (etwas plattdrücken) oder kaputt (etwas plattmachen). In unserer schönen Gladbacher Sprache sagt man aber auch „Ech hann öt platt-e-wäch jesait." Ich habe es geradeheraus / unverblümt / direkt gesagt. Das passt doch schon viel besser, denn der Gladbacher an sich (bzw. der Rheinländer generell, aber das schließt den Gladbacher ja mit ein) ist im Allgemeinen als sehr direkte Person bekannt.   

Was charakterisiert den Rheinländer denn noch so?

  • Offenheit
  • Toleranz
  • Gemütlichkeit
  • Humor
  • Freundlichkeit
  • Geselligkeit
  • Trinkfestigkeit  
Wasserturm, Mönchengladbach

Geselligkeit und einen trinken gehen am Niederrhein Hand in Hand. Daher sagt man auch „Ene Süéper, van dämm kriß-de ene möt, maar ene Vräéter, dä vrett alles allen.“ (Von einem Säufer bekommst du einen ab, ein Fresser frisst alles alleine.)

 

Gesoffen wir am liebsten Bier – egal ob Alt oder Pils – Hauptsache das Reinheitsgebot wird eingehalten, denn die Gerste ist im Rheinland heilig. Daher sollte man die Kappe abnehmen, wenn man an einem Gerstenfeld vorbeikommt „Wänns-de an e Jä´eschstöck verbejkömps, do´moß-de de Kapp affdonn“.

 

Wer nach dem ein oder anderen Bier auf Schnaps umgestiegen ist, aber immer noch nicht genug hat, versucht es mal mit den Worten „Stu´et ens aan de Weech“ (Stoße mal an die Wiege = Gieß noch einen Schnaps nach). Aber besser nicht zu oft, sonst gilt man nachher als Suupko´pp (Saufkopf) oder Sü´eper (Säufer) und die Leute fangen an zu reden:

 

Dä süpp wi en Kou, en Sänk (Er säuft wie eine Kuh eine Senke)

Hä had ene schwo´er jelaane (Er hat einen schwer geladen)

Hä had ene övver dr Du´esch jedronke (Er hat einen über den Durst getrunken)

 

Andererseits je mije mr drek, je mije Du´esch kritt mr. (Je mehr man trinkt, desto mehr Durst bekommt man.) Also, trinkt ruhig weiter, denn morgen ist das Fest vorbei: „Suup mar Männeke, vrä´et maar Männeke, morje ös de Kermeß uut.“  

 

Und wer kennt es nicht, das Lied „Drink doch ene met“ von den Bläck Fööss. Ist zwar eine Kölner Band, aber das Lied auch im Mönchengladbacher Karneval ein Klassiker.

 

Wer jetzt noch mehr Lust auf Platt hat der guckt mal in das Buch „DET ON DAT VAN OSSER PLATT - BAND 1“ von W. Hastenrath.

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