Lissabons Highlights in 5 Tagen

Wer bereit ist für den Flug ein bisschen mehr auszugeben, kann es sich in dieser fast schockierend günstigen Stadt zwischen alten Gemäuern, in hippen Bars, beim besten Italiener oder am Strand gut gehen lassen. Ja, wenn man Londoner Preise gewohnt ist, verblüfft ein großer Apfel Cider in einer DER Bars im Stadtzentrum für 4€ schon sehr.

Flug nach und Unterkunft in Lissabon

Letzten Sommer flogen wir also von Köln aus mit Eurowings nach Lissabon (Flugzeit ca. 3 Stunden). Von dort ging es weiter mit der Metro (10 Stationen, 20 Minuten) ins Zentrum zur Station Saldanha. Dort liegt das schöne Hotel Olissippo Saldanha****

Die besten Restaurants und Bars in Lissabon

Das Hotel ist nicht nur wegen seiner sehr guten Verkehrsanbindung an die meisten Sehenswürdigkeiten eine top Empfehlung, sondern vor allem weil unser neuer Lieblingsitaliener Italy Caffe Ristorante eine Gehminute weit weg ist. Wir haben das Restaurant zufällig am ersten Abend entdeckt und uns in den nächsten Tagen durch die gesamte Speisekarte getestet: von den Fleischgerichten über Pizza und Pasta bis hin zu verschiedenen Desserts alles Top. Wohlfühlambiente sowohl drinnen als auch draußen und so charmante Kellner, die wir am liebsten samt Koch in den Koffer gepackt hätten. Dementsprechend voll ist es natürlich am Abend und mit mehreren Personen sollte man besser einen Tisch reservieren. Zu zweit haben wir aber immer einen Platz gefunden. Teilweise mit kurzen Wartezeiten auf den kleinen Bänken der schönen Gasse, die uns aber direkt mit einem leckeren Glas Wein versüßt wurden.    

Ich werde auch keine weiteren Restaurantempfehlungen für Lissabon machen. Die paar Läden, die wir sonst noch ausgetestet haben, wenn wir uns durchringen konnten nicht in "Klein-Italien" zu essen, konnten den charmanten Italiener einfach nicht das Wasser geschweige denn den Wein reichen. 

Dafür gibt es aber zwei Bar-Empfehlungen: Ebenfalls nicht weit vom Hotel gelegen ist eines der vielen "100 Montaditos". Die Kette bietet verschiedene Bocadillos und weitere Snacks zu sehr günstiges Preisen. Getränke gibt´s natürlich auch; Bier schon für 1,50€. Und zur Freude meines Freundes (okay, nach dem ersten Bier war auch ich sehr erfreut darüber) ist der ganze Laden eine Raucherzone. 

 

Auch nicht verpassen sollte man das "Park" auf dem Dach eines Parkhauses im Bairro Alto. Zwar ist die hippe Bar nicht mehr der schwer zu findende Geheimtipp, wie das Park in den meisten Reiseführern beschrieben wird, aber man genießt einen tollen Ausblick über die Stadt und auf die Ponte 25 de Abril in launchiger Atmosphäre. Je später es wird desto mehr wird die große viel bepflanzte Terrasse mit den hölzernen Möbeln zum Club. Wer ungefähr weiß wo das Park liegt sieht schon von weitem die Lichter auf dem Dach und muss nur noch in den 6. Stock des Parkhauses laufen.  

Jetzt haben wir aber genug gegessen und getrunken und kommen mal zur Tagesplanung. 

Der größte Park Lissabons - Parque Eduardo VII de Inglaterra

Freitag: Den angebrochenen Ankunftstag verbringen wir damit die Gegend des Hotels zu erkunden und stoßen dabei direkt auf den größten Park der Stadt. Dieser wurde 1903 bei einem Besuch des englischen Königs Eduardo VII kurzerhand in Parque Eduardo VII de Inglaterra umbenannt. Wir laufen also den grünen Hügel hinauf bis zur Aussichtsterrasse. Von dort haben wir einen fantastischen Blick bis zum Tejo und Castelo de Sao Jorge. Nachdem wir die Aussicht genossen haben, überqueren wir die hinter uns liegende Straße und betreten eine kleine idyllische Parkanlage. Dort auf der Terrasse des Linha d'Água Cafés trinken wir gemütlich einen Kaffee an dem künstlich angelegten See. Wer Lust auf shoppen hat, kann dies ein paar Meter weiter im Kaufhaus "El Cortes Ingles" tun. Nach einem Abstecher in das riesige Kaufhaus laufen wir wieder den Hügel runter und überqueren den Praca Marqués de Pombal, wo die Avenida da Liberdade beginnt. Auf der breiten Prachtstraße sitzen viele Touristen und Einheimische und lauschen den Klängen einiger Straßenmusiker, die den Sound der vielen Autos übertönen. Und so lassen auch wir uns ein bisschen von der Band unterhalten bevor es zurück zum Hotel geht. (Wo wir dann den tollen Italiener entdecken.)  

Ein Spaziergang durch Lissabons Zentrum

Samstag: Den zweiten Tag starten wir am Praca Rossio. Vom Hotel fahren drei Busse direkt dorthin: 207, 736, 783. Weiter geht´s zum nur ca. 100 Meter entfernten Placa de Figuera


Von dort kann man entweder mit einer der berühmten Straßenbahnen (Linie 12E) zum Castel de Sao Jorge hoch fahren oder mit dem Bus (737). Zwar klingt die Möglichkeit mit der gelben Retro Tram zu fahren viel cooler, doch als die zweite Bahn voll von schwitzenden sich aneinander pressenden Menschen vorbeifährt, entscheiden wir uns für den leeren und klimatisieren Bus. Im Hochsommer definitiv die bessere Alternative. So oder so erreicht man nach ca. 10 Minuten Fahrt die Festung und damit einen der höchsten Punkte Lissabons. Für 8,50€ erkunden wir die Burgmauern und genießen die spektakuläre Aussicht.

Danach geht es zu Fuß durch die schönen Gassen des Viertels Alfama wieder nach unten. In dem ältesten Teil der Stadt wohnten früher die ärmsten Bewohner Lissabons. Heute ist Alfama zu einem trendigen Viertel geworden, was den Charme der Vergangenheit trotzdem nicht verloren hat.

 

Unterwegs kommen wir an der Kathedrale Sé Patriarcal, dem ältesten Gotteshaus der Stadt vorbei. Unter anderem flossen Stilelemente der Romanik, des Barock und der Gotik in die Fassade und Inneneinrichtung ein.

 

Wenig später erreichen wir den Praça do Comércio, der direkt am Tejo liegt. Dort wo jetzt die Statue von König José I zu sehen ist, stand einmal das Königsschloss. Dieses wurde 1755 bei einem Erdbeben und anschließenden Tsunami und Feuer zerstört. 

Vom einst wichtigsten Handelsplatz der Stadt (daher auch der Name Praça do Comércio) geht es durch den prächtigen Triumphbogen ca. 500 Meter über die Rue Augusta links in die Rue de Santa Justa, wo wir schon den Aufzug Elevator de Santa Justa sehen. Dieses Wahrzeichen der Stadt bringt uns von der Unter- in die Oberstadt "Bairro Alto". Man kann natürlich auch laufen.


Oben angekommen sehen wir schon die Ruine eines ehemaligen Klosters "Convento do Carmo", das an dem schönen Platz Praça Largo Do Carmo liegt. Hier im Bairro Alto, vor allem abends ein beliebter Treffpunkt der Portugiesen und Touristen, beenden wir den Tag. Das "Park" liegt übrigens auch hier.      

Ein Sonntag im Stadtteil Belem

Sonntag: Diesen Tag starten wir in Belem. Von unserem Hotel fahren wir mit dem Bus 727 direkt zum Mosteiro dos Jerónimos. Es gibt zwar schnellere Möglichkeiten dorthin zu kommen, aber auf der ca. 45 minütigen Busfahrt, bekommen wir auch mal einen Eindruck von der Stadt abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten. Dort angekommen beeindruckt bereits beim Aussteigen die kunstvoll gestaltete Kalksteinfassade des Klosters. Wir sind bereits vor 10 Uhr an dem 300 Meter langen Bauwerk, denn sonntags zwischen 10 und 14 Uhr kann man dieses kostenlos besichtigen. Dementsprechend voll wird es im Laufe des Tages.

Wir gehen zunächst in die Klosterkirche, die der heiligen Maria gewidmet ist. Dann geht es weiter zum eigentlichen Highlight, dem Kreuzgang, der als einer der schönsten der Welt gilt. Wir verweilen eine Zeit lang in dem so prunkvoll gestalteten Innenhof, in dem man über zwei Ebenen die unzähligen, filigran gearbeiteten Dekoelemente bestaunen kann.  

Dann laufen wir weiter zum nächsten UNESCO Weltkulturerbe, dem Torre de Belem. Dort steigen wir auf die ca. 35 Meter hohe Aussichtsplattform des Turms und genießen die Aussicht über den Tejo. Nachdem wir das bekannte Wahrzeichen wieder verlassen haben, schlendern wir zurück in Richtung Klosteranlage bis wir an einem schönen Markt vorbeikommen. Hier kann man tollen Schmuck, Accessoires aus Kork (Portugal ist der größte Produzent von Kork) oder Kindersachen kaufen. Schräg gegenüber befindet sich die berühmte Konditorei Pastéis de Belém. Nach dem shoppen reihen wir uns dort in die lange Schlange ein, um eins der angeblich besten Pastel de Natas (Puddingtörtchen) der Stadt zu probieren. Weiter geht´s zum nur 150 Meter entfernten Botanischen Garten Jardim Botânico da Ajuda. Für nur 2€ kann man sich hier abseits des Trubels entspannen. Während wir die ca. 5000 Pflanzenarten und vielen kleinen Tiere bewundern, beenden wir unseren Tag.


Nur eine kurze Zugfahrt entfernt von Lissabon - der Strand Praia do Tamariz

Montag: Morgens früh fahren wir mit dem Bus (732) zum Bahnhof Cais do Sodré. Weiter geht´s mit der Bahn die Küste entlang. Nach ca. 30 Minuten steigen wir am Bahnhof Estoril aus und stehen nach wenigen Metern Fußweg am Strand Praia do Tamariz mit Blick auf eine schöne Burg. Wer nicht den ganzen Tag am Strand liegen möchte, macht einen 3 km langen Spaziergang über die Strandpromenade mit den zahlreichen Restaurants und Bars zum benachbarten Badeort Cascais. Am späten Nachmittag fahren wir dann wieder nach Lissabon. Bevor es mit dem Bus zurück zum Hotel geht, machen wir noch einen kleinen Abstecher zum Mercado da Ribeira, der sich gegenüber dem Bahnhof Cais do Sobré befindet. Die vielen Tische der großen Halle sind umringt von zahlreichen kleinen Ständen, die einladen verschiedenste Speisen und Getränke zu probieren. 

Benfica Lissabon vs. Sporting Lissabon

Dienstag: Ein Tag muss natürlich immer im Zeichen des Fußballs stehen. Wir machen uns also auf den Weg zum Estádio da Luz. Von unserem Hotel laufen wir bis zur Haltestelle São Sebastião und fahren weiter mit der U-Bahn zur Haltestelle Colégio Militar/Luz. Dort machen wir aber erst mal eine ausgiebige Shoppingtour im Centro Comercial Colombo, einem großen Shoppingcenter direkt an der U-Bahn Haltestelle. Vielleicht gibt es ja hier schon das ein oder andere Trikotschnäppchen, bevor es zum Station des Rekordmeisters Benfica geht. Der Club ist übrigens der zweitgrößte Sportverein gemessen an Mitgliedern nach dem FC Bayern. Das Highlight des Besuchs ist für mich das Maskottchen des Clubs. Der lebendige Adler namens Vitoria (zu deutsch Sieg) sitzt einfach so im Fanshop rum und beobachtet das Treiben. Fotos sind leider verboten bzw. ein Foto gemeinsam mit dem Adler zu kostspielig. Der Legende nach siegt Benfica, wenn Vitoria zwei Runden vor Anpfiff um das Stadion fliegt. Setzt der Adler bereits nach einer Runde zur Landung an, gewinnen die Gäste.

Danach geht´s zum stärksten Konkurrenten Sporting. Mit dem Bus (767) fahren wir von der Haltestelle Colégio Militar nur 15 Minuten / 4 km bis zur Rua Fernando Fonseca, wo wir schon das Estádio José Alvalade XXI sehen. Sporting ist der einzige Club weltweit, der zwei Weltfußballer aus der eigenen Jugend hervorgebracht hat - Cristiano Ronaldo und Luis Figo. Nach einem Spaziergang um das Stadion mit den vielen grünen und gelben Kacheln und einem Besuch im Fanshop, fahren wir vom Campo Grande 4 Stationen mit der Metro zurück zum Hotel.

Wer noch einen weiteren Tag bleibt oder sich den Fußballtag sparen möchte, der sollte einen Ausflug in das nahegelegene Städtchen Sintra machen. Vom Bahnhof Rossio kommt man in 40 Minuten mit dem Zug nach Sintra, wo man fantastische Paläste, Burgen und Schlösser entdecken kann. 

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