Reisepannen: Meine 5 skurrilsten, lustigsten und nervenaufreibensten Reiseerlebnisse

Irgendwie haben alle meine Reisepannen mit Flughäfen zu tun. Ich weiß auch nicht woran das liegen könnte. Jedenfalls habe ich an einigen Flughäfen bereits dubiose Bekanntschaften gemacht, sportliche Höchstleistungen vollbracht und unzählige Tränen gelassen. Ich habe mich in menschenleeren Abflughallen vollkommen verloren gefühlt und Flughafenmitarbeiter versucht von meiner Existenz und der meines Koffers zu überzeugen.


1. Eine Aschewolke durchkreuzt meine Unipläne

Der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull vor fünf Jahren legte mit einer riesigen Aschewolke den Flugverkehr auf dem gesamten europäischen Kontinent lahm. Dummerweise war ich gerade mit einer Freundin in England und musste dringend zurück nach Deutschland wegen eines Uni-Seminars. 

 

Kurz vor unserem geplanten Rückflug brach der isländische Vulkan aus und die Flugzeuge blieben am Boden. Trotzdem fuhren wir zum Londoner Flughafen in der Hoffnung, dass man uns dort helfen würde, denn die Hotline der Fluggesellschaft war dauerbesetzt. Als wir dort ankamen wurde der Flughafen aber gerade geschlossen. Die Abflughalle war wie ausgestorben und auch wir wurden schnell vom Flughafenpersonal vertrieben. Also wieder ran ans Telefon. Nach stundenlangem Warten in der Warteschleife hörten wir endlich die Stimme einer Mitarbeiterin der Fluggesellschaft. Doch auch diese konnte uns nur sagen, dass man auch nicht wüsste wann der Flugverkehr wieder freigegeben wird. Wir blieben also noch zwei weitere Tage in London, doch die Situation wurde nicht besser und auch nicht besser einschätzbar. 

Vollkommen ausgestorbene Abflughalle am Flughafen Heathrow
Vollkommen ausgestorbene Abflughalle am Flughafen Heathrow

Am dritten Tag reihten wir uns früh morgens in die lange Warteschlange des Ticketschalters am internationalen Bahnhofs St. Pancras ein. Nach langer Wartezeit hielten wir endlich unsere Tickets für den Eurostar bis nach Brüssel in der Hand. Von dort ging es dann weiter mit der Bimmelbahn nach Aachen und dann weiter nach Köln, denn alle Schnellzüge waren restlos überbucht. Die Fahrt hat zwar einen vollen Tag gedauert, aber wenigstens war ich pünktlich zum Seminar zurück. Nach fünf Tagen starteten übrigens die ersten Flieger wieder.


2. Weiß jemand von meiner Existenz und von der meines Koffers?

Während meines Studiums wollte ich meine damalige Mitbewohnerin, die gerade ein Auslandssemester in Buenos Aires machte, besuchen. Es war meine erste Fernreise die ich alleine antrat. Um Geld zu sparen bin ich mit dem Zug von Köln nach Frankfurt gefahren, um von dort nach Rom zu fliegen. Von Rom sollte ich nach ca. 2 Stunden Aufenthalt (also eigentlich genug Zeit zum Umsteigen) weiter nach Buenos Aires fliegen. Leider hatte die erste Maschine 4 Stunden Verspätung und so bekam ich den Anschluss nicht und musste in Rom übernachten. Am nächsten Tag sollte es erst am Abend weitergehen. Dafür musste ich mich an einem bestimmten Schalter melden. Leider wusste dort niemand von meiner Existenz und von der meines Koffers schon gar nicht. Nach langer Diskussion mit Händen und Füßen, irgendwie sprach an diesem Tag keiner der Mitarbeiter fließend Englisch, durfte ich zum Gate. Doch als ich erleichtert dort ankam, sagte man mir, dass ich nur mitfliegen könne, wenn ein anderer Passagier nicht kommt. Dann habe ich so lange geheult bis man mich aus Mitleid mitgenommen hat und auch mein Koffer hat es irgendwie in den Flieger geschafft. 


3. Gruselige Bekanntschaften

Bei meinem Buenos Aires Besuch bat mich meine ehemalige Mitbewohnerin ein Gepäckstück von ihr mit nach Deutschland zurückzunehmen. In Frankfurt angekommen, kam ich mit meinem großen Koffer und ihrer großen Reisetasche nicht wirklich klar. Direkt wurde ich von einem jungen Mann angesprochen, der in gebrochenem Deutsch fragte, ob er mir helfen könne. Ich war sehr dankbar, dass er mir eine Tasche abnahm und wir kamen ins Gespräch. Er wollte zum Ticketschalter der deutschen Bahn, um ein Ticket nach Hamburg zu kaufen, ich wollte dort hin, um mein Ticket nach Köln auf einen früheren Zug umzubuchen. Ich hätte nämlich sonst noch einige Stunden warten müssen. Als wir beide wieder aus dem Informationszentrum herauskamen, eröffnete mir der Mann, dass er sich nun ein Ticket nach Köln gekauft hatte und gerne bei mir übernachten würde. Völlig überrumpelt versuchte ich ihm zu erklären, dass das nicht möglich sei und ich auch erst in ein paar Stunden nach Köln fahren würde, weil die Umbuchung zu teuer war. Er wollte sich aber nicht abwimmeln lassen und meinte, dass das kein Problem sei, er würde dann in Köln am Bahnhof auf mich warten. Und so stieg er in den Zug nach Köln. In Köln angekommen hatte ich dann das Glück, dass es aufgrund eines Sturms extrem voll war und ich vor dem jungen Mann unbemerkt flüchten könnte.


4. Eine persönliche Durchsage vom Flugkapitän

Mit 15 Jahren hatte ich mit einigen anderen Schülern meiner Stufe die Möglichkeit an einem 4-wöchigen Schüleraustausch in Florida teilzunehmen. Die Zeit mit den Gastfamilie und den anderen Schülern der Highschool nahe Orlando war damals unglaublich aufregend und super schön für alle Beteiligten. Dementsprechend tränenreich war der Abschied am Flughafen. Immer noch fast hysterisch heulend bestiegen meine Freundinnen und ich das Flugzeug. In der Hand ein kleines Freundschaftsbuch, in dem die amerikanischen Schüler ein paar nette Worte hinterlassen hatten. Im Fliegen klappten wir dann direkt die Klapptische herunter und begannen gegenseitig in unsere Bücher zu schreiben. Die Vorführung der Sicherheitshinweise interessierte uns wenig bis eine Durchsage des Kapitäns ertönte, die Damen in Reihe 30 auf den Plätzen A, B, C und D sollten endlich aufhören zu heulen und ihr Tische hochklappen, damit wir starten können.


5. Ein filmreifer Sprint durch Londons Flughafen Stansted

Bei einer meiner letzten London Reisen fuhren mein Mann und ich wie gewohnt mit dem Flughafenbus von der City zum Flughafen Stansted. Leider blieb der Bus eine ganze Zeit lang in einer kleinen Straße stecken, die von der Polizei gesperrt war. Bis heute wissen wir nicht was dort los war, aber der Bus kam erst einmal weder vor- noch rückwärts. Wir kamen also bereits extrem verspätet am Flughafen an, waren allerdings noch recht entspannt. Doch dann dauerte der Sicherheitscheck ungewöhnlich lange. Normalerweise kann ich den Bodyscanner problemlos passieren, diesmal piepte dieser gleich mehrere Male. In dem Moment, in dem wir beide endlich weiter durften, sprinteten wir los. Leider ist der Flughafen Stansted sehr groß und der Weg von der Sicherheitskontrolle bis zum Gate lang. Wie in einem schlechten Film rempelten wir andere Passagiere an, sprangen über Koffer und rannten völlig außer Atem mit unserem ganzen Gepäck wie die Irren quer durch den Flughafen. Im Endeffekt schafften wir es noch ganz knapp mit einem Hechtsprung (ok der Hechtsprung ist jetzt vielleicht etwas übertrieben) in den Flieger.  


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Kommentare: 10
  • #1

    Ina (Dienstag, 13 März 2018 09:13)

    Na da hast du ja so einige erlebt! Der Vulkanausbruch führte hier auch zu so manchen Ausfällen, hier war dann keine Schule bei meiner Tochter da die Lehrer feststeckten, die einen Wochenendtrip alle zusammen machten. Das hat die Kinder aber nicht gestört ;-).

    Lg aus Norwegen
    Ina

    www.mitkindimrucksack.de

  • #2

    Victoria (Dienstag, 13 März 2018)

    Wow das sind ja mal Abenteuer! Wirklich schlimmes ist mir zum Glück noch nie passiert :)

    LG Victoria
    www.globeastronaut.com

  • #3

    DieReiseEule (Dienstag, 13 März 2018 15:18)

    Zum Lesen extrem amüsant, war es aber in den Situationen ganz sicher nicht.
    Ich habe auch schon so einiges erlebt. Im Nachhinein kann ich drüber lachen.

    Den filmreifen Einsatz hätte ich gern gesehen :D

    Es grüßt
    DieReiseEule Liane

  • #4

    Gina (Dienstag, 13 März 2018)

    Solche Pannenstories sind ja immer wieder sehr amüsant - solange man nicht gerade selbst mitten drin steckt.
    In London habe ich auch schon mal einen Flughafensprint hingelegt. Irgendwie ist in dem Londoner Verkehr das Zu-Spät-Kommen schon vorprogrammiert.

    Liebe Grüße
    Gina
    www.2onthego.de

  • #5

    Gabriela (Dienstag, 13 März 2018 16:56)

    Wer viel reist, hat glaube ich, automatisch das eine oder andere seltsame Erlebnis. Ich kenne das leider nur zu gut. Das hält mich aber nicht vom Reisen ab ;-)
    Liebe Grüße
    Gabriela

  • #6

    Andreas (Donnerstag, 15 März 2018 06:38)

    Hui, da ist ja einiges zusammen gekommen was ich nicht so toller Erinnerung geblicben ist. Der Eyjafjallajökull hat wohl bei einige damals für weit reichende Folgen gesorgt, auch wir waren davonseinerzeit betroffen. Da es sich um einen Überseeflug gehandelt hat und die komplette Rundreise daran hing haben wir kurzerhand alles stornieren müssen. C'est la vie, da steckt man halt nicht drin. Das mit dem Typen in Köln ist natürlich auch ein starkes Stück, schon unfassbar was mancheiner sich so denkt ...

  • #7

    Sirit (Donnerstag, 15 März 2018 12:02)

    Halli Hallo! Wenn es teilweise ja nicht so fast schon gruselig Geschichten wären ... musste echt mein Lachen mir verkneifen bei dem Typen der übernachten wollte. Sowas hatte ich auch schon mal. Das gibts echt nicht. Pass gut auf Dich auf, immer! LG! Sirit von Textwelle

  • #8

    Urs (Freitag, 06 April 2018 16:16)

    Hahaha, in meinen vielen Jahren Flugerfahrung habe ich noch nie gehört, dass die Flugzeugdurchsage direkt die "Problemfälle" ansprach. Die Flugbegleiterinnen hatten warscheinlich Bedauern und haben euch deswegen nicht aufgefordert, die Tische hochzuklappen ?
    LG, Urs

  • #9

    My Culinary Backpack (Montag, 09 April 2018 08:45)

    Hallo Maike,
    ein wahnsinnig spannender und lustiger Artikel!
    Ja, wärend des Reisens passieren einem doch immer wieder komische Geschichten :-D Da kann denke ich jeder ein Lied von singen. Am besten hat mir die private Durchsage im Flugzeug gefallen!
    Liebe Grüße,
    Kerstin

  • #10

    Ulrike (Montag, 09 April 2018 16:14)

    Hallo Maike, Ich liebe solche Berichte. Sie sind herzerfrischend und bringen einen zum schmunzeln. Ich glaube ich werde mir ein Bespiel nehmen udn auch mal eine Zusammenfassung schreiben, um meine Leser weiterhin zu ermutigen :-)